SpermiogrammEin Spermiogramm ist das Ergebnis der Messung des männlichen Ejakulates und dient der Analyse der Fruchtbarkeit des Mannes. Üblicherweise lässt man ein Spermiogramm erstellen, wenn der Verdacht auf Unfruchtbarkeit oder eingeschränkte Fruchtbarkeit vorliegt.

Ferner erstellt man ein Spermiogramm, um nach einer Sterilisierung des Mannes (“Vasektromie”, Durchtrennung der Samenleiter im Hodensack) sicherzustellen, dass der Mann unfruchtbar geworden ist. Bei einer Vasektomie bleibt übrigens im Unterschied zu einer Kastration die Hormonbildung des Mannes erhalten, auch die Erektionsfähigkeit des Penis ist dadurch nicht eingeschränkt. Die vom Körper produzierten Spermien werden, da sie nicht weitergeleitet werden können, vom Körper reorbiert.

Gewinnung des Spermiogrammes

Um ein optimales Spermiogramm zu erhalten, sollte der Mann drei bis fünf Tage vor der Erstellung enthaltsam sein. Das Ejakulat wird durch Selbstbefriedigung gewonnen und nach rund einer halben Stunde, wenn es sich verflüssigt hat, mikroskopisch untersucht.

Weiterhin werden chemische Tests, z.B. bezüglich des pH-Wertes des Ejakulates und der Antikörper, durchgeführt.

Das normale Spermiogramm

Allgemein anerkannt sind für ein Spermiogramm die Normwerte der WHO (Weltgesundheitsorganisation). Sie wurden in ihren Untergrenzen in 2010 dahingehend verändert, dass jetzt wieder mehr Männer als “normal” in ihrer Fertilität gelten. Geändert hat das freilich nichts an den Problemen, dass es sehr viele Männer mit eingeschränkter Fertilität gibt.

Die Normwerte für ein Spermiogramm gemäß WHO betragen:

Parameter Referenzwert 2010 Referenzwert 1999
Samenvolumen ≥ 1.5 ml ≥ 2.0 ml
Spermienkonzentration ≥ 15 Mio. / ml ≥ 20 Mio. / ml
Gesamte Anzahl Spermien ≥ 39 Mio. ≥ 40 Mio.
Progressive Motilität (Vorwärtsbeweglichkeit)
≥ 32 % ≥ 50 %
Totale Motilität (Beweglichkeit)
≥ 40 %